Zypern Blog Gastbeitrag – Verhalten nach einem einfachen Verkehrsunfall mit Blechschäden – Christiane

Zypern Blog Gastbeitrag – Verhalten nach einem einfachen Verkehrsunfall mit Blechschäden – Christiane

Liebe LeserInnen,

auch auf Zypern kommt es zu Unfällen. Ich möchte Ihnen heute meine Erfahrungen schildern, damit Sie – hoffentlich nicht – aber falls dann doch, informiert sind, wie Sie sich am Besten verhalten.

Auf dem Parkplatz vom Philippos Supermarkt versuchte ein einheimischer Pick up Fahrer (im Folgenden PUF) seinen Wagen rückwärts auszuparken. Ich wollte auch – vorwärts – rausfahren, aber erst mal abwarten bis er und auch der andere Wagen neben mir ausgeparkt hatten, da die Parkplätze doch eher schmal gehalten sind.

Leider beschädigte er beim Rangieren gleich zweimal meine Beifahrertür. Ich war noch gar nicht losgefahren. Da ich gerade erst vier Wochen auf der Insel wohnte und auch in Deutschland glücklicherweise keine Unfälle hatte, war ich zunächst ratlos. Nach dem Schreck stieg ich nun aus aus und fragte den Fahrer ob er noch ganz bei Trost sei, ach, nein, ob ich nun die Polizei rufen müsste. Was er verneinte.

So machte ich dann erst mal Fotos von unseren Wagen, dem Schaden und seinem Kennzeichen.

Wir zückten als nächstes unsere Versicherungsscheine. Seinen fotografierte ich dann auch.

Er wirkte auch unsicher und telefonierte dann mit seiner Versicherung, wie er mir sagte.

Und dann telefonierte er noch weiter. Mhm, dachte ich, wen könnte ich denn mal anrufen. Da fiel mir Roland ein. Ich schilderte also neben meinem Auto stehend möglichst auffällig für alle hörbar, aber nicht verstehbar, da in deutsch, was passiert war. Roland hatte aber das Glück, noch nicht in einen Unfall verwickelt gewesen zu sein, so dass er mir nicht helfen konnte.

Der PUF erklärte mir dann, dass nun in 20 Minuten, nachher waren es zypriotische 60 Minuten, weil er vom Flughafen kam, ein Mitarbeiter seiner Versicherung käme, um den Schaden aufzunehmen.
Ja, prima dachte ich. So standen wir in sengender Mittagssonne, die im April schon ganz schön warm war, auf dem Parkplatz und warteten.

Dann kam ich auf die Idee auch meine Versicherung anzurufen. Ich hatte keine Lesebrille dabei und konnte auf dem Papier kaum die Nummer lesen. So hatte ich jemanden aus Nicosia am Telefon. Ich schilderte die Lage. Letztendlich wurde auch von meiner Versicherung jemand geschickt, der nach ca. 70 Minuten kam.
Es macht also Sinn, auch, wenn lästig, alle entsprechenden Nummern im Mobiltelefon zu speichern.

Der Mitarbeiter der gegnerischen Versicherung kam, machte Fotos mit den Mobiltelefon und sich Notizen. Der PUF redete auf ihn. Ich konnte mir denken, was er erzählte: nämlich, dass ich seitwärts gefahren bin und dabei der Schaden entstand.
Geduldig wartete ich weiter in der Sonne auf dem Parkplatz. Da fuhr der Versicherungsmitarbeiter auch schon ab. Okay, dachte ich, ich bin ja unsichtbar, was ich vergaß….

Dann kam meiner. Endlich. Auch er machte Fotos, Notizen und wieder redete der PUF auf ihn ein. Der PUF fuhr samt Kollegen davon.

Ich wartete weiter. Es geschah ein Wunder, er wandte sich mir zu! Ich fragte ihn, ob er meine Version hören wollte. Er wollte. Danach wartete er geduldig, als ich nämlich alles zu Papier bringen musste.
Abschließend gab er mir seine Visitenkarte und zeigte auf eine Nummer, die ich anrufen sollte und brauste ab.

Das Ergebnis des Ganzen: Offenbar glaubte man mir, Frau, Ausländerin, nicht und so entschieden die Versicherungen auf eine so genannte 50/50 Regelung. D. h., dass ich meinen Schaden zu Hälfte selbst tragen muss. Bei einer Selbstbeteiligung von 350 EUR konnte ich nun also nicht mit Hilfe meiner Versicherung rechnen, das diese ja fein raus war. Bei geschätzten Reparaturkosten von 500 EUR, zahle ich also 250 EUR und die gegnerische Versicherung den Rest.
Meine E-Mails waren angeblich nicht angekommen, es war die falsche Versicherung. Und die Schadensberichte meines Versicherungsmenschen sowie meiner waren nicht auffindbar oder interessierten niemanden.
Dieser Beitrag ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und auf juristisch korrekte Vorgehensweise!

Bei Fragen cthau@gmx.de

Christiane Thau
Peyia

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Kurzform für das Portemonnaie:

  • Zeugen suchen, Namen und Telefonnummer notieren 
  • Fotos machen
  • eigene Versicherung anrufen
  • Zuhause dann: Ansprüche schriftlich und in englisch bei der gegnerischen Versicherung geltend machen, nicht per E-Mail, werden nicht gelesen, kommen angeblich nie an, ist die falsche Versicherung usw. Also am besten auf Papier in dreifacher Ausfertigung (für die eigene Versicherung, die andere Versicherung, für einen selbst) und persönlich abgeben den und Empfang bestätigen lassen
  • Auch hier Namen notieren und Visitenkarte geben lassen
  • nach zwei Wochen nachfragen
  • und mit Glück kommt es zu einer gerechten Entscheidung und einem erfolgreichen Werkstattbesuch. 

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